Eines der grössten Hindernisse auf dem Weg zu Jesus ist, die Entschuldigung mit unserer Natur und Ihren Tempramenten. Wir machen unser Temprament und natürlichen Neigungen zu Schranken, die uns hindern, zu Jesus zu kommen.
Zuallerst ist die Erkenntniss unserer Sündhaftigkeit. Es wiederstrebt unserer Natur sich sündhaft zu sehen. Wenn wir zu Jesus kommen, erkennen wir aber als Erstes, dass Er unseren natürlichen Neigungen keinerlei Beachtung schenkt und uns zur “Heiligung” führt.
Auch wenn wir uns einmal zu Jesus Christus bekehrt haben, sind wir oft der Meinung, dass wir unsere Gaben Gott weihen können. Ich kann aber Gott nicht weihen was mir nicht gehört! Es gibt nur Eines, das ich Ihm weihen kann, und das ist mein Recht an mich selbst (Römerbrief 12,1). Wenn ich Gott mein Recht an mich selbst abtrete, dann wird er ein heiliges Experiment an mir machen und Gottes Experimente gelingen immer! Das wahre Merkmal eines “Geheiligten” ist seine innere Ursprünglichkeit, die an der Hingabe an Jesus Christus kommt. In einem Heiligen sprudelt immerfort jener wundersame Brunnquell ursprünglichen Lebens; der Geist Gottes ist in Ihm ein Springbrunnen (siehe auch Quelle), der ununterbrochen entspringt, ewig frisch. Der Heilige ist sich “darüber” (immer klar), dass es Gott ist, der die Umstände lenkt; deshalb jammert er nicht, sondern liefert sich Jesus vollständig und unbekümmert aus.
Und jede Tugend, die wir haben...
“All meine frischen Quellen sind in Dir.” Psalm 87,7
Der Herr bessert nicht unsere natürlichen Tugenden aus: Er macht inwendig den ganzen Menschen neu. “Ziehet den neuen Menschen an” Epheserbrief 4,24), d.h. sorge dafür, dass dein natürlicher Mensch das Gewand anlegt, das mit dem neuen Leben übereinstimmt. Das Leben, das Gott uns einpflanzt, entfaltet seine eigenen Tugenden - also nicht die Tugend Adams, sondern die Tugenden Jesu Christi. Beobachte, wie Gott dein vertrauen auf natürliche Tugenden und überhaupt auf natürliche Fähigkeiten, die du hast, nach deiner Heiligung immer mehr austrocknen lässt, bis du gelernt hast, dein Leben aus dem Auferstehungsleben Jesu Christi zu schöpfen. Danke Gott, wenn du eine solche Austrocknung durchmachst!
Die Tatsache, dass Gott unser Vertrauen auf natürliche Tugenden zunichte macht, ist der beweis dafür, dass Er in uns am Werke ist. Unsere natürlichen Tugenden sind nicht Verheissungen dessen, was wir einst werden sollen, sondern überbleibsel aus jenem Zustand, zu dem Gott den Menschen ursprünglich erfschaffen hatte. Wir klammern uns an unsere natürlichen Tugenden, während Gott immerfort versucht, uns mit dem Leben Jesu Christi in Berührung zu bringen, das nie mit Ausdrücken bezeichnet werden kann, die sich auf unsere natürlichen Tugenden beziehen. Es ist sehr traurig, sehen zu müssen, wie viele Menschen, die im Dienste Gottes stehen, sich noch immer auf die Tugenden verlassen, die sie nicht durch Gottes Gnade, sondern durch den Zufall der Vergebung empfangen haben. Gott entfaltet nicht unsere natürlichen Tugenden, und er verwandelt sie auch nicht, weil unsere natürlichen Eigenschaften gar nichts mit dem zu tun haben, was Jesus Christus verlangt. Weder die natürliche Liebe noch die natürliche Geduld noch die natürliche Reinheit vermögen Seinen Forderungen je zu entsprechen. Doch wenn wir jede kleinste Einzelheit unseres leiblichen Lebens mit dem neuen Leben, das Gott uns eingepflanzt hat, in Übereinstimmung bringen, dann wird Er jene Tugenden in uns dartun, die die charakteristischen Eigenschaften des Herrn Jesus sind.




